Neues Blumenleben mitten im Winter

Draußen schneit es. Dicke Flocken legen sich auf meine Rosen und ziehen den vertrockneten Köpfen der Monarden (Indianernesseln) eine hübsche kleine Mütze auf. Der Rosmarinbusch verbeugt sich unter der Schneelast.



Ich komme gerade aus dem Keller, wo ich mir eine kleine Anzuchtsstation eingerichtet habe: mit Wärmematte und Pflanzenlampe.



Im September 2020 konnte ich eine ganze Dose voll mit Samen von meinem Löwenmäulchenbeet sammeln. Einen Teil davon habe ich eben in kleine, selbst gespresste Mini- Erdballen gesät (mit einer Erdballpresse): das Ganze auf einem Tablett, 220 Stück, die jetzt erst mal bei 18-20 Grad keimen dürfen. Die Samen von Löwenmäulchen sind winzig und es ist ein guter Test für die eigenen Augen, sie einzeln auf einen Zahnstocher zu nehmen und sie anschließend in die Mini-Erdballen (aus feuchter Anzuchtserde) zu balancieren.

Unter der Pflanzenlampe befinden sich gerade 360 Levkojen-Babys - sie sind echte Schnellstarter und ich genieße es, ihnen beim Wachsen zuzuschauen.

Jeden Tag geh ich zu meinen "Blumen-Babys", gieße sie, beobachte sie und säe neue kälteliebende Einjährige wie eben Levkojen, Löwenmäulchen, Duftwicken, Kornblumen etc. aus.

Mitten im Winter entsteht neues Leben - und ich kann es kaum erwarten , sie dann Ende Februar in den Garten zu setzen.

2021 werden für mich (und viele andere) Blumen blühen! Warum ich mir da so sicher bin? Weil ich sie reichlich säe und pflanze....



Schon in der Bibel entdecken wir das Prinzip von Saat und Ernte - und selbst ein Klimawandel ändert nicht grundlegende Schöpfungsgesetze. Wir säen, gießen und versorgen und dürfen das Wunder erleben: aus dem Samenkorn wird eine kleine, noch unscheinbare Pflanze, die bei guter Pflege und passender Umgebung wächst und gedeiht. Und zu ihrer Zeit auch blüht, dann Samen bildet und vergeht.




Ein Kreislauf, der uns viel lehren kann und unsere Augen öffnet für jahreszeitliche Rhythmen in der Schöpfung und auch im eigenen Leben.


Je mehr ich mich mit einzelnen Blumenarten und Sorten beschäftige, desto mehr lehren sie mich, was sie brauchen und wie sie ticken. Und da hat jede Blume ihre eigenen Vorlieben, Abneigungen und Bedürfnisse. Wie wir Menschen auch. Sie von Anfang an zu begleiten, ihre "Geburt" und verschiedene Wachstumsstadien bis hin zur Blüte mit zu erleben, macht sie mir kostbar! Und sie führen mir vor Augen, wie schön und einzigartig das Leben ist - es ist und bleibt ein Wunder, ein Geschenk Gottes!



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©2018 Kreativatelier Aufblühen Susanne Kruse